Sonntag, 1. April 2018

NITROX TAUCHEN, DAS MUSST DU ZUM ENRICHED AIR KURS WISSEN

Interessierst Du dich für das Tauchen mit Nitrox, also das Tauchen mit sauerstoffangereicherter Luft – auch Enriched Air genannt? Überlegst also gerade ob es sich lohnt, einen
Nitrox Kurs zu absolvieren und das damit verbundene Enriched Air Diver Specialty Brevet von PADI, SSI oder einem anderen Tauchverband zu erlangen?

Zusätzlich möchtest Du wahrscheinlich auch wissen, wo denn genau die Vorteile von Nitrox liegen, ob es auch Nachteile gibt und welche Vorraussetzungen Du für das Tauchen mit Enriched Air eigentlich mitbringen musst?

In diesem Fall bist Du hier in diesem Artikel genau richtig, denn all diese Fragen rund um das Tauchen mit Nitrox wollen wir Dir, als Tauchlehrer mit jahrzehntelanger Erfahrung, im Folgenden einmal ausführlich und vor allem auch für Einsteiger verständlich beantworten.

Dabei beschränken wir uns voll und ganz auf den Einsatz von Nitrox als Sporttaucher mit einer maximalen Tauchtiefe von 40 Metern und beziehen uns nicht auf das technische Tauchen in großen Tiefen, wo Nitrox eigentlich seinen Ursprung hat und der vermehrte Sauerstoff in der Atemluft vorrangig zum schnelleren Abbau von Stickstoff im Blut eingesetzt wird.

Viele unserer Tauchgänge haben wir natürlich selbst mit Nitrox absolviert und so, neben unserer Qualifikation als Tauchlehrer, auch einen sehr guten persönlichen Einblick welche Vorteile das Tauchen mit Nitrox mit sich bringt…



WAS BEDEUTET NITROX UND ENRICHED AIT (EAN)?

Die erste Frage, die Dir sicherlich „unter den Fingernägeln brennt“, ist was es denn mit diesem Nitrox eigentlich auf sich hat – was ist das genau, wo kommt der Name eigentlich her und warum wird Nitrox auch als Enriched Air bezeichnet?

Ganz einfach; Nitrox ist eigentlich nichts weiter als Atemluft, die mit Sauerstoff angereichert wurde.

Sprich, in unserer „normalen“ Atemluft sind 21% Sauerstoff und 78% Stickstoff enthalten, dazu noch paar Edelgase und ein wenig Kohlendioxid. Führt man dieser Atemluft, die normalerweise beim Tauchen in Deine Pressluftflasche abgefüllt wird, mehr als 21% Sauerstoff hinzu nennen wir dieses Luftgemisch beim Tauchen Nitrox.

Erklären lässt sich der Name Nitrox ganz leicht, wenn Du dir einmal die englischen Wörter für Stickstoff und Sauerstoff anschaust – das sind nämlich Nitrogen für den Stickstoff und Oxygen für den Sauerstoff. Daher ist der Begriff Nitrox nichts anderes als eine Zusammensetzung der Anfangsbuchstaben der beiden Hauptbestandteile von Atemluft, um die es beim Tauchen mit Nitrox letztendlich geht.

Warum man nun Nitrox im Alltag auch als Enriched Air (EAN) bezeichnet ist Dir sicherlich nun schon ganz von selbst klar geworden, denn auf Deutsch bedeutet Enriched Air nichts anderes als angereicherte Luft – also im Fall von Nitrox Atemluft die mit Sauerstoff angereichert wurde.



WELCHE VORTEILE HAT DAS TAUCHEN MIT NITROX FÜR SPORTTAUCHER?

Woher Nitrox seinen Namen hat und was es genau ist, weißt Du nun also schon, doch jetzt stellt sich natürlich gleich die nächste Frage, wofür das eigentlich gut sein soll,wenn Deine Atemluft beim Tauchen mehr Sauerstoff enthält und welche Vorteile das Tauchen mit Nitrox denn nun für Dich mit sich bringt.

Um den Effekt vom Nitrox Tauchen zu verstehen, musst Du dich einfach an Deine (Grund-)Tauchausbildung zurückerinnern, die Du bei einer der gängigen Tauchverbände, wie PADI, SSI, CMAS oder einer anderen Tauchorganisation absolviert hast.

Bei Deiner Tauchausbildung solltest Du gelernt haben, dass bei Tauchgängen durch den höheren Umgebungsdruck, Stickstoff in Deinem Körpergewebe eingelagert wird, den Du – einfach ausgedrückt – durch langsames Auftauchen wieder Abbauen musst, damit es nicht zu einer Dekompressionskrankheit kommt.

Weniger Sättigung des Gewebes mit Stickstoff

Reichert man nun also die Atemluft beim Tauchen mit Sauerstoff an, taucht also mit Nitrox (Enriched Air), wird damit einhergehend dann auch der Stickstoffanteil in Deiner Atemluft reduziert, so dass der Körper davon während des Tauchgangs folglich auch weniger aufnehmen kann.

Ohne dabei nun zu tief ins Detail zu gehen, solltest Du dir merken, dass Deine verschiedenen Körpergewebe (z.B. Muskeln, Knochen, Nervenstränge, Gehirn etc.) während des Tauchgangs unterschiedlich schnell mit Stickstoff gesättigt werden, der durch den Umgebungsdruck beim Tauchen in der Lunge verflüssigt und über Deinen Blutkreislauf ins Gewebe transportiert wird.

Da diese Stickstoffsättigung der Gewebe und der notwendige Abbau des Stickstoffs bis zu einem gewissen Grad, vor Beendigung des Tauchgangs, zu den größten Gefahren gehört ist es also beim Tauchen mit Nitrox generell als Vorteil zu werten, dass der Körper während eines Tauchgangs weniger Stickstoff aufnimmt.

Weniger Mikroblasen durch Nitrox

In den letzten Jahren hat man zudem durch zahlreiche Test nachgewiesen, dass auch bei konservativen Tauchgängen in geringen Tiefen, durch den Stickstoff, immer Mikroblasen entstehen – also geringe Stickstoffablagerungen oder Rückstände die beim Auftauchen im Gewebe zum Teil zu winzig kleinen Blasen werden.

Die Blasenbildung ist zwar bei Sporttauchern, soweit bisher bekannt, gesundheitlich relativ unbedenklich – aber sie „verstopfen“ z.B. die Alveolen (feine Blutgefäße in der Lunge) und behindern so die Abgabe von Stickstoff.

Zudem gibt es erste Anzeichen und medizinische Vermutungen, dass bei Berufstauchern und Tauchlehrern, die täglich gleich mehrmals zu Tauchgängen aufbrechen und ständig Stickstoff im Gewebe einlagern, die Mikroblasen als Langzeitfolgen durchaus Schäden am Gehirn oder den z.B. Gelenken verursachen können.

Als Sporttaucher, der nicht täglich unter Wasser ist, musst Du dir allerdings wohl eher keine großen Sorgen über Mikroblasen machen, allerdings kannst Du auch hier das Risiko durch das Tauchen mit Nitrox und die damit verbundene geringeren Aufnahme von Stickstoff noch einmal deutlich reduzieren.



Längere Nullzeiten bei Tauchgängen

Die Aufnahme von Stickstoff im Gewebe ist beim Sporttauchen auf die Nullzeitgrenze beschränkt, also der Zeitpunkt an dem Deine Körpergewebe so weit mit Stickstoff gesättigt sind, dass Du nicht mehr – unter Einhaltung der maximalen Aufstiegsgeschwindigkeit – ohne (Deko-) Stopp auftauchen kannst.

Dadurch, dass Du beim Tauchen mit Nitrox proportional weniger Stickstoff aufnimmst und sich damit auch Deine Gewebe während des Tauchgangs weniger schnell mit Stickstoff sättigen können, verschiebt sich die Nullzeitgrenze weiter nach hinten – so dass Du länger auf einer Tauchtiefe bleiben kannst auf der Dein Gewebe signifikant mit Stickstoff gesättigt wird, als Du es mit ganz normaler Atemluft in Deiner Pressluftflasche könntest.

Daher kannst Du durch das Tauchen mit Enriched Air also länger auf einer Tiefe bleiben und das Tauchprofil Deines Tauchgangs dementsprechend anpassen, was beim modernen Tauchsport in der Regel gleich vom Tauchcomputer übernommen wird.

Kürzere Oberflächenpause zwischen den Tauchgängen

Zwangsläufig wirkt sich die geringere Aufnahme von Stickstoff während des Tauchgangs, durch das Tauchen mit Nitrox, natürlich auch auf die Oberflächenpausen zwischen den Tauchgängen aus – denn wenn Du nach dem Tauchgang weniger Stickstoff im Körper hast, der abgebaut werden muss, erreicht Dein Körper natürlich auch schneller wieder ein ausreichend niedriges Level an Stickstoffsättigung für den nächsten Tauchgang.

Daher ist Nitrox besonders dann sinnvoll, wenn Du gleich mehrere Tauchgänge am Tag in größeren Tiefen absolvierst – wie z.B. bei einem Tauchurlaub mit mehreren Tauchausfahrten am Tag oder auch einer Tauchsafari.

Auch wenn das Körpergewebe nach einem Tauchgang mit Nitrox deutlich weniger mit Stickstoff belastet ist, als dies der Fall bei einem gleichen Tauchgang mit „normaler“ Pressluft wäre, so solltest Du trotzdem immer darauf achten, dass Du im Idealfall mindesten 45 Minuten bis zu 1 Stunde an Oberflächenpause zwischen den Tauchgängen absolvierst und die Folgetauchgänge nicht mehr so tief wie die vorangegangenen Tauchgängen sind.

Weniger Müdigkeit nach dem Tauchgang

Ein weiterer Vorteil von Tauchen mit Enriched Air, der zumindest in der Werbung für den Nitrox Kurs häufig hervorgehoben wird, ist die Tatsache, dass Du nach einem Tauchgang mit Nitrox weniger Erschöpft oder Müde bist – allerdings muss ich dazu sagen, dass es dafür bis heute wohl keinerlei wissenschaftlicher Belege gibt.

Ganz persönlich haben wir als Tauchlehrer und leidenschaftliche „Vieltaucher“ schon das Gefühl, dass an dieser Aussage etwas dran ist – allerdings gewöhnt sich der Körper eines Tauchlehrers oder Berufstauchers auch an die vielen Tauchgänge, so das wir selbst beim Tauchen mit „normaler“ Atemluft keine großartige Müdigkeit mehr nach dem Tauchgang verspüren.

Daher ist es nicht so einfach eine allgemein gültige Aussage zu treffen, ob dieser Vorteil beim Nitrox Tauchen tatsächlich besteht, oder ob es dabei eher er um einen psychischen Effekt geht, der nicht auf den erhöhten Anteil an Sauerstoff und dem verringerten Anteil an Stickstoff in der Atemluft zurückzuführen ist.

Von unseren Tauchern haben wir allerdings schon häufiger gehört, dass sie sich nach einem Nitrox Tauchgang nicht so „matt“ und deutlich fitter fühlen – daher können wir zumindest mal festhalten, dass das Nitrox Tauchen auch in diesem Bezug nicht schaden kann.



HAT NITROX TAUCHEN DENN AUCH NACHTEILE?

Jein…, wirkliche Nachteile gibt’s beim Tauchen mit Nitrox ganz sicher nicht, aber dennoch sind einige Faktoren zu beachten, die dem höheren Sauerstoffanteil im Nitroxgemisch geschuldet sind – denn Sauerstoff hat keinesfalls nur positive Eigenschaften für den menschlichen Körper, sondern auch von ihm gehen unter gewissen Umständen Gefahren aus.

Gefahr einer Sauerstoffvergiftung

So musst Du dir als Sporttaucher beim Tauchen mit Nitrox zwar deutlich weniger Sorgen um Deine Nullzeitgrenze und damit die Wirkung des Stickstoffs auf Deinen Körper machen, dafür aber umso mehr darauf achten, wie der erhöhte Sauerstoffanteil in der Atemluft sich auf Deinen Körper auswirkt.

Ab einer gewissen Tauchtiefe, die Abhängig vom Partialdruck (Teildruck eines Gases auf den Gesamtdruck) des Sauerstoffs ist, kann dieser toxische Auswirkungen auf Dein Nervensystem haben und zu einer sogenannten Sauerstoffvergiftung führen.

Das tückische an einer Sauerstoffvergiftung (Sauerstofftoxikose) ist die Tatsache, dass die Auswirkungen keinem festen Schema folgen, sondern bei jedem Betroffenen unterschiedlich schnell und mit unterschiedlich starken Symptomen eintreten.

Zu den Symptomen einer Sauerstoffvergiftung gehören, neben Übelkeit, Ohrengeräuschen, Tunnelblick und Fieber, auch gravierende Symptome, wie Erbrechen, Persönlichkeitsveränderungen und schwere Krampfanfälle, die unter Wasser zu lebensgefährlichen Situationen führen können.

Daher solltest Du beim Tauchen mit Nitrox nicht leichtfertig mit dieser „Grenze“ umgehen und Dich auf Deinen Tauchgängen immer an die MOD (Maximum Operation Depth), also die maximale Tauchtiefe die mit Deinem Enriched Air Gemisch erlaubt ist, halten.

Wie das genau mit dem Partialdruck funktioniert, wie Du diesen und die zugehörige MOD ausrechnen kannst, erfährst Du etwas weiter unten in diesem Artikel – wo wir die Bestandteile eines Nitrox Kurs erläutern.



Keine Auswirkungen auf den Tiefenrausch

Ein weiterer Punkt, bei dem Du im Bezug auf das Tauchen mit Nitrox eine gewisse Vorsicht walten lassen solltest, betrifft das Thema Stickstoffnarkose, die unter Tauchern auch als Tiefenrausch bezeichnet wird und einen rauschartigen Zustand des Tauchers, ab einer Tauchtiefe von ca. 30 Metern, auslösen kann.

Zwar spielt, wie oben erwähnt, der Stickstoffanteil in der Atemluft beim Tauchen mit Enriched Air kaum eine Rolle und damit ist auch eine Stickstoffnarkose mit den typischen Enriched Air Gemischen ausgeschlossen.

Allerdings kann der Sauerstoff eine ganz ähnliche narkotische Wirkung auf den Taucher haben, so dass Du nicht fälschlicherweise denken darfst, dass Dich die Symptome eines Tiefenrauschs beim Tauchen mit Nitrox nicht treffen können.

Spezielle Taucherausrüstung für Nitrox

Keine Sorge, grundsätzlich benötigst Du für das Tauchen mit Enriched Air keine besondere bzw. spezielle Nitrox Tauchausrüstung. Zwar greift der erhöhte Sauerstoffanteil einige Materialien wie z.B. Gummi an und lässt diese schneller altern, aber bei Sauerstoffanteilen unter 40 Prozent ist der Effekt so gering, dass die normalen Revisionsintervalle (Wartungsintervalle) Deiner Ausrüstung und der damit verbundene Austausch von Verschleissteilen das problemlos auffangen.

Möchtest Du allerdings innerhalb Deutschlands mit Nitrox tauchen, so sieht das leider etwas anders aus. In Deutschland wird gesetzmäßig alles was mit Enriched Air zu tun hat so behandelt, als ob Du mit 100% Sauerstoff hantieren würdest – daher brauchst Du hier in Deutschland für das Tauchen mit Nitrox auch einen speziellen Atemregler und auch die Füllstation musst bestimmte Bedingungen erfüllen, um Nitrox abfüllen zu dürfen.

In den meisten Tauchregionen im Ausland hingegen ist das alles kein Problem, dort kannst Du in der Regel Nitrox Gemische mit bis zu 40% Sauerstoff ohne weiteres mit Deiner ganz normalen Tauchausrüstung tauchen – da sich aber die Regularien überall auf der Welt ständig ändern können, solltest Du dich vor Deinem nächsten Tauchurlaub sicherheitshalber immer über die aktuellen Bedingungen vor Ort informieren.



WELCHE NITROX MISCHUNGEN GIBT ES?

Grundsätzlich bezeichnet man alle Atemluftgemische ohne besondere Bestandteile (wie z.B. Helium), die einen größeren Sauerstoffanteil als die 21% in normaler Atemluft haben, wie weiter oben schon erwähnt als Nitrox oder Enriched Air, das in der Praxis in der Regel durch EAN abgekürzt wird.

Zur besseren Übersicht sind Tauchflaschen, die mit Nitrox Gemischen gefüllt werden in der Regel immer mit einer Grün/Gelben Banderole oder ähnlichem gekennzeichnet, an der Du erkennen kannst, dass sich in dieser Pressluftflasche Nitrox befindet.

Das wohl gängigste Gemisch für Sporttaucher weltweit ist EAN32, also Nitrox mit einem Sauerstoffanteil von 32 Prozent, da Du damit unter dem maximal zulässigen Partialdruck (Teildruck eines Gases auf einer bestimmten Tauchtiefe) von 1,6 Bar für den Sauerstoff bis zu 40 Meter tief tauchen darfst, was in der Regel auch die absolute Tiefengrenze für Sporttaucher darstellt.

In Tauchregionen in denen tiefe Tauchgänge bis auf 40 Meter keine Ausnahme sind, wie z.B. auf Tauchsafaris in die Marineparks in Ägypten, werden die Pressluftflaschen häufig mit einer etwas geringeren Nitrox Mischung gefüllt.

Dort tauchst Du dann z.B. mit einer Enriched Air Mischung von 28% (EAN28), da Du mit dieser Mischung auch bei der konservativen und empfohlenen Methode eines maximalen Partialdruck des Sauerstoffs von 1,4 Bar bis auf 40 Meter tief tauchen kannst – so hast Du immer noch einen zusätzlichen Sicherheitspuffer.

Was es mit dem maximalen Partialdruck von 1,4 Bar und 1,6 Bar auf sich hat, erklären wir Dir weiter unten, wenn es um das berechnen des Partialdrucks eines Gases geht.



WAS DU ZUM TAUCHEN MIT NITROX BRAUCHST

Nachdem wir uns nun ausführlich mit den Grundlagen von Nitrox vertraut gemacht haben,wollen wir Dir nun noch einen Überblick dazu geben, was Du den brauchst um mit Nitrox zu tauchen und was genau Du im Nitrox Kurs lernst.

Letzten Endes wirst Du aber sehen, dass für das Tauchen mit Nitrox, gerade als Urlaubstaucher, kaum zusätzliche Kosten entstehen und das die Dinge die Du in der Praxis beherrschen musst, recht einfach und schnell zu erlernen sind.
Nitrox Specialty Brevet von PADI, SSI & Co.

Zunächst brauchst Du natürlich erst einmal ein anerkanntes Nitrox Brevet, das von allen gängigen Tauchverbänden angeboten wird. Bei PADI heißt der Kurs z.B. Enriched Air Diver Specialty und lässt sich ganz leicht an einem Tag absolvieren.

Häufig werden Nitrox Kurse sogar während Tauchsafaris angeboten, so dass Du dort direkt mit dem Tauchen mit Enriched Air anfangen kannst und Dich während Deines Tauchurlaubs damit vertraut machen kannst.

Bei uns kannst du den Kurs entweder vorher online machen (SSI) oder direkt auf der Ueberfahrt zu den Inseln auf unserem grossen Tauchboot.

Tauchcomputer mit Nitrox Unterstützung

Um mit Deinem Nitrox Brevet dann auch in der Praxis mit Enriched Air tauchen zu können, sollte Dein Tauchcomputer auf das Tauchen mit Nitrox einstellbar sein, so dass er die Berechnungen der Nullzeit an das von Dir getauchte Nitrox Gemisch anpasst und Dir auch die dazugehörige MOD (Maximaltiefe) anzeigt und Dich warnt, falls Du diese einmal während des Tauchgangs überschreiten solltest.

Allerdings musst Du dir im Bezug auf den Tauchcomputer und das Tauchen mit Nitrox auch keine großen Sorgen machen, da selbst die meisten aktuellen und günstigen Tauchcomputer das Tauchen mit Nitrox bereits unterstützen.

Nitrox Tabelle oder Nitrox Rechner

Alternativ wäre es natürlich auch möglich Deinen Tauchgang, wie in den guten alten Zeiten, mit einer Nitrox Tabelle oder einem Nitrox Rechner vorauszuplanen – doch in der Praxis ist diese Vorgehensweise durch zuverlässige Tauchcomputer weitestgehend ausgestorben.

Nichtsdestotrotz, lohnt es sich mal ein zwei theoretische Tauchgänge mit einer klassischen Tabelle zu planen, aus der Du die Nullzeitgrenze und die entsprechende Maximaltiefe je nach Sauerstoffanteil im Nitrox ablesen kannst. So bekommst Du in jedem Fall ein besseres Gefühl für die Zusammenhänge.

Spezieller Atemregler bei Tauchen in Deutschland

Wie oben bereits erwähnt, gibt’s in Deutschland besondere Regelungen zum Tauchen mit Nitrox, daher solltest Du dich darüber bei der Tauschule, bei der Du deine Pressluftflasche füllen lässt ausführlich informieren, wie dort die aktuellen Bestimmungen bzgl. der Tauchausrüstung für das Tauchen mit Nitrox, wie z.B. dem Atemregler oder der Tauchflasche, ausschauen.



DAS LERNST DU IM NITROX KURS – ENRICHED AIR DIVER SPECIALTY

Wenn Du dich nun dafür entscheidest einen Nitrox Kurs bei einem der gängigen Tauchverbände, wie z.B. PADi, SSI oder CMAS, zu absolvieren – dann stellt sich nun natürlich noch die Frage, was Du genau in diesem Nitrox Kurs lernst und was Du für den kleinen Nitrox Abschlusstest alles wissen musst?

Bei allen Tauchverbänden bekommst Du in jedem Fall ein Buch zum Nitrox Kurs, in dem Du alle wichtigen Fragen rund um das Tauchen mit Nitrox noch einmal beantwortet bekommst. Darin lernst Du vor allem die Dinge, die wir hier im Folgenden bereits kurz thematisch „Anschneiden“ wollen – so dass Du dir schonmal ein Bild davon machen kannst, was Du für Dein Nitrox Brevet alles lernen musst.

Wie gesagt, bei SSI kannst du das vorab online machen, also auf deinem Smartphone oder Tablet

Wichtig ist zum Nitrox Kurs auch noch der Hinweis, dass dieser in den meisten Tauchverbänden und Tauchschulen in der Regel als reiner Theoriekurs absolviert wird, Du also innerhalb des Kurses selbst nicht mit Nitrox tauchst.

Auch wenn das grundsätzlich kein Problem ist, da das Prozedere zum Tauchen mit Nitrox nicht besonders schwierig ist, so finden wir es als Tauchlehrer persönlich es einfach besser, wenn Du als Tauchschüler auch einmal sehen kannst wie sich Nitrox in der Praxis auswirkt – z.B. dadurch, dass Du einen zweiten Tauchcomputer mit auf den Tauchgang nimmst.

Den zweiten Tauchcomputer kannst Du dann auf einen Presslufttauchgang einstellen, so dass Du beide Tauchcomputer und die Nullzeiten während des Tauchgangs vergleichen kannst.

Daher würden wir Dir persönlich empfehlen, dass Du dir eine Tauchschule suchst, die zum Nitrox Kurs auch einen oder sogar zwei Praxistauchgänge anbietet oder mach Dein Nitrox Brevet doch einfach im Tauchurlaub, dort kannst Du Nitrox dann direkt auf Deinen Tauchgängen testen.


Berechnen des Partialdrucks und der MOD

Zunächst einmal wirst Du in Deinem Nitrox Kurs lernen, was es denn mit dem Partialdruck(Teildruck eines Gases auf einer bestimmten Tauchtiefe) des Sauerstoffs auf sich hat und dass die Gefahr einer Sauerstoffvergiftung spätestens ab einem Partialdruck des Sauerstoffs von 1,6 Bar gegeben ist.

Als Sporttaucher rechnen wir daher in der Regel eher etwas konservativer mit einem maximalen Partialdruck des Sauerstoffs von 1,4 Bar, so hast Du immer noch einen Sicherheitspuffer, wenn einmal etwas schiefgeht.

Den Partialdruck eines Gases errechnest Du ganz einfach indem Du den prozentualen Anteil des Gases durch 100 teilst und dann mit dem Umgebungsdruck multiplizierst – den Partialdruck von 21 % Sauerstoff in unserer „normalen“ Atemluft auf Meereshöhe, wo 1 Bar Umgebungsdruck herrschen, berechnest Du also wie folgt:

21% Sauerstoff : 100 x 1Bar Umgebungsdruck = 0,21

Die MOD, also die Maximaltiefe für Dein Nitrox Gemisch, berechnest Du indem Du den von Dir gewählten maximalen Sauerstoff Partialdruck (1,4 bar oder 1,6 bar) durch den Partialdruck des Sauerstoffs in Deinem Atemgas teilst, davon dann 1 bar abziehst und die daraus entstehende Summe mit 10 m/bar multiplizierst – für ein typisches EAN32 Nitrox Gemisch (mit 32% Sauerstoff) sähe die Berechnung des MOD mit einem maximalen Partialdruck des Sauerstoff von 1,4 bar – wie folgt aus:

(1,4 bar : 0,32 – 1bar ) x 10 m/bar = 33,75 Meter (MOD)

Heißt also, bei einem gewählten maximalen Partialdruck von 1,4 bar darfst Du mit EAN32 nicht tiefer als 33 Meter Tauchen – um möglichst konservativ zu tauchen runden wir die berechneten Werte des MOD übrigens immer ab.

Zum Vergleich – hier einmal die Rechnung mit einem gewählten maximalen Partialdruck von 1,6 bar und dem selben EAN32 Nitrox Gemisch:

(1,6 bar : 0,32 – 1bar ) x 10 m/bar = 40 Meter (MOD)

Wie weiter oben schonmal erwähnt, entspricht der MOD bei 1,6 bar einer Tiefe von 40 Metern, was gleichzeitig auch die Tiefenbegrenzung für Sporttaucher darstellt.



Die Enriched Air Analyse

Je nach Nitrox Füllmethode der Pressluftflaschen ist es kaum möglich den Sauerstoffanteil immer ganz genau zu bestimmen, daher musst Du vor jedem Tauchgang den Anteil des Sauerstoffs in Deinem Nitrox Gemisch selbst überprüfen.

Diese Sauerstoff Analyse solltest Du zu Deiner eigenen Sicherheit niemals jemand anderen machen lassen, sondern immer selbst durchführen oder zumindest daneben stehen, so dass Du den Wert mit eignen Augen ablesen kannst und Dir sicher bist, dass die Analyse auch richtig durchgeführt wurde.

Zum feststellen des Sauerstoffanteils in Deiner Pressluftflasche brauchst Du einen sogenannten Nitrox Analyzer, den in der Regel jedes DiveCenter oder Tauchsafariboot, die das Tauchen mit Nitrox anbieten, besitzt.

Zum analysieren des Nitrox Gemisch prüfst Du erst einmal ob der Nitrox Analyzer richtig funktioniert und kalibriert ist – er sollte auf Meereshöhe vor der Messung einen Sauerstoffwert von 21% anzeigen. Danach drehst Du dann das Ventil Deins Tanks ganz leicht auf, so dass ein schwacher aber regelmäßiger Luftstrom aus Deiner Pressluftflasche fliesst und hälst nun den Nitrox Analyzer mit dem Messfühler vor das Ventil, bis er einen konstanten Messwert anzeigt.

Einstellen des Tauchcomputers

Den Messwert aus Deiner Nitrox Analyse stellst Du dann als nächsten Schritt in Deinem Tauchcomputer ein, Dort hast Du die Möglichkeit den Sauerstoffanteil Deiner Atemluft einzutragen, so dass Dein Tauchcomputer auf dieser Basis die Nullzeitgrenzen und die MOD berechnen kann.

So musst Du dich während des Tauchgangs dann nur noch an die Vorgaben Deines Tauchcomputers halten, um einen sicheren Multileveltauchgang mit Nitrox durchzuführen. Besonders konservative Taucher tauchen übrigen gelegentlich auch trotz Nitrox mit einem Pressluftprofil, da diese Vorgehensweise als besonders sicher gilt, doch nötig ist das eigentlich nicht.



WAS KOSTET EIN NITROX KURS BEI PADI, SSI & CO.

Ein Nitrox Kurs, ohne Praxistauchgänge, kostet bei den meisten Tauchschulen in Europa ca. 100,- Euro inklusive Lehrmaterial und Brevet. In typischen Tauchregionen kann es auch schonmal ein kleinwenig teuer sein, wobei es immer wieder auch besonders günstige Angebote z.B. auf Tauchsafari-Booten gibt. 

Häufig bekommst Du bei Tauschulen auch einen Sonderpreis, wenn Du den Nitrox Kurs gleich zusammen mit Deinem ersten Tauchschein (z.B. PADI OWD Kurs) oder im Rahmen von weiterführenden Tauchkursen wie z.B. dem AOWD Kurs absolvierst.

Bei uns kostet der Kurs dann nur 4.000 statt 4.500 Baht.

Was kostet das Tauchen mit Nitrox

In beliebten Tauchregionen rund um den Globus, wie z.B. auf den Malediven, musst Du für eine Flaschenfüllung mit Nitrox nichts mehr extra bezahlen und das Angebot „Nitrox for Free“ ist weiterhin weltweit auf dem Vormarsch.

Sollte in der Tauchschule Deiner Wahl Nitrox nicht schon gratis angeboten werden, so werden pro Flaschenfüllung und Tauchgang dann in der Regel 3,- bis 5,- Euro berechnet.

Bei Tauchsafaris auf denen Nitrox nicht inklusive ist, werden häufig auch Pauschalpreise für das Tauchen mit Nitrox angeboten, so dass Du dort einen festen Preis für Nitrox Füllungen während der kompletten Tauchsafari zahlst.

Bei uns kostet er 4.500 Thai Baht und die Tanks gibt es auf unseren Booten gratis



MACHT NITROX DAS TAUCHEN WIRKLICH SICHERER?

Zu guter Letzt stellt sich natürlich noch die Frage, ob sich so ein Nitrox Kurs nun tatsächlich für jeden Taucher lohnt und ob das Tauchen mit Enriched Air auch wirklich sicherer ist, als mit „normaler“ Pressluft?

Als Taucher und Tauchlehrer mit jahrzehntelanger Erfahrung können wir aus Überzeugung sagen, dass ein Nitrox Kurs und das Tauchen mit Nitrox wirklich sinnvoll ist. Gerade die Erkenntnisse der letzten Jahre über die Entstehung von Mikroblasen durch denn Stickstoff in der Atemluft haben gezeigt, dass es in jedem Fall sinnvoll ist den Stickstoff Anteil durch Enriched Air zu senken.

Die Frage ob das Tauchen mit Nitrox auch merklich mehr an Sicherheit bringt, lässt sich allerdings nicht ganz so leicht beantworten, da es auch vor der Verbreitung von Nitrox, dank großzügiger Sicherheitspuffer in Tauchtabellen und Multileveltauchgängen mit modernen Tauchcomputern, nicht mehr besonders viele Tauchunfälle gegeben hat die mit den Nullzeitgrenzen und nicht eingehaltener Dekostopps in Zusammenhang stehen.

Die meisten Dekompressions-Tauchunfälle stehen eher im Zusammenhang mit Selbstüberschätzung des betreffenden Tauchers oder der Nichtbeachtung des Tauchcomputers und diese beiden Gefahren bestehen definitiv auch beim Tauchen mit Nitrox.

Trotzdem kann man, beim aktuellen Wissenstand der Tauchmedizin, wohl festhalten, dass das Tauchen mit Enriched Air und einem geringeren Anteil an Stickstoff in jedem Fall schonender für den Körper ist und damit zumindest bei Viel- und Berufstauchern einen gesundheitlichen Vorteil mit sich bringt.












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